Viele Menschen mit Migrationsgeschichte kennen gemeinschaftliche Selbsthilfe nicht als Möglichkeit, mit Krankheit oder schwierigen Lebenssituationen umzugehen. Fehlende Informationen, Sprachbarrieren oder unterschiedliche Vorstellungen von Krankheit und Krisen können den Zugang erschweren. In NRW setzen sich Selbsthilfe-Kontaktstellen seit vielen Jahren dafür ein, Zugänge für Menschen mit Migrationsgeschichte zu verbessern.
Diese Seite gibt einen Überblick über das Thema „Interkulturelle Selbsthilfe“ und stellt Unterstützungsangebote in NRW vor.
Interkulturelle Selbsthilfe bedeutet, Selbsthilfeangebote so zu gestalten und zu vermitteln, dass sie kulturelle Unterschiede im Umgang mit Krankheit, Gesundheit und persönlichen Problemen berücksichtigen. Sie ermutigt Menschen mit Migrationsgeschichte, sich über gesundheitliche oder soziale Herausforderungen auszutauschen und zu unterstützen.
Interkulturelle Gruppen beschäftigen sich mit bestimmten Themen und arbeiten bei Bedarf auch in der jeweiligen Muttersprache.
Interkulturelle Selbsthilfe ist überall dort relevant, wo Sprache, kulturelle Prägungen oder Migrationserfahrungen den Zugang zur Selbsthilfe erschweren. Sie richtet sich an:
Selbsthilfe-Kontaktstellen in NRW
Selbsthilfe-Kontaktstellen sind in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt in NRW zu finden. Sie beraten und unterstützen Menschen bei allen Fragen rund um die Selbsthilfe. Sie arbeiten regional und themenübergreifend – zu Erkrankungen, Behinderungen, psychischen Belastungen und sozialen Themen. Dabei berücksichtigen sie auch interkulturelle Selbsthilfe in ihren Angeboten.
Selbsthilfe-Kontaktstellen informieren über Selbsthilfegruppen und können gezielt in interkulturelle Gruppen vermitteln, helfen bei Gruppengründungen und begleiten und unterstützen bestehende Gruppen.
Aktuelle Projekte in NRW
Der Paritätische NRW (GSP) ist seit 2025 Träger des Projektes „Kultursensible Selbsthilfe“. Ein Schwerpunkt des Projektes liegt auf der Stärkung von Migrant*innenselbstorganisationen und der Verankerung des Selbsthilfegedankens in den Communities.
Bereits in vorigen Projektphasen wurde eng mit Selbsthilfe-Kontaktstellen, Selbsthilfegruppen, der Gesundheitsselbsthilfe NRW, MAGS NRW und KOSKON NRW zusammengearbeitet. Für Fachkräfte bietet das Projekt Informations- und Austauschangebote sowie Möglichkeiten zur Vernetzung und Kooperation.