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Traditionen bewahren - Zukunft gestalten: „Erfolgsmodell Selbsthilfe-Kontaktstelle“

Unter diesem Motto trafen sich vom 30. Mai bis 01. Juni rund 130 Teilnehmende zur Jahrestagung der DAG SHG e.V. in Düsseldorf.

Erstellt am 14.06.2011 Unter dem Motto Traditionen bewahren - Zukunft gestalten: „Erfolgsmodell Selbsthilfe-Kontaktstelle“ trafen sich vom 30. Mai bis 01. Juni rund 130 Teilnehmende zur Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. in Düsseldorf. In den Räumen der Jugendherberge direkt am Rhein erlebten sie drei Tage lang ein vielfältiges Programm, das sich aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops zusammensetzte.
Barbara Steffens, die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung der Selbsthilfe als Unterstützung für die betroffenen Menschen und in ihrer Funktion, das Gesundheitssystem patientenfreundlicher zu gestalten.
Mit dem relativ neuen Thema der Online-Selbsthilfe beschäftigte sich in einem anschließenden Vortrag Dr. Holger Preiß. Er thematisierte die spezifischen Vorzüge des Austauschs im Internet für die Betroffenen. Auf die professionelle Selbsthilfe-Unterstützung bezogen plädierte er dafür, die Online-Selbsthilfe als zeitgemäße Ergänzung und Bereicherung der Selbsthilfegruppen vor Ort in die Arbeit einzubeziehen.
Am zweiten Tag beschäftigten sich die Teilnehmenden in 10 Workshops mit aktuellen Themen der Selbsthilfe-Unterstützung. Die Themen reichten von der fachlichen Qualität und der Finanzierung der professionellen Selbsthilfe-Unterstützung, der Organisation von Patienten- und Gremienvertretungen und der Neutralität und Unabhängigkeit von Selbsthilfegruppen bis hin zu spezifischen Förderbedingungen durch die Krankenkassen. Selbsthilfe-Unterstützung in der Pflege, die Zukunft der Selbsthilfe-Unterstützung, neue Formen der Selbsthilfe-Aktivierung durch Selbsthilfe-Kontaktstellen und ver-schiedene soziale Milieus als Handlungsräume ergänzten die Bandbreite der Themen.
In seinem Vortrag „Das Ich braucht das Wir: Zur Selbstsorge befähigen“ richtete der Sozialpsychologe Prof. Dr. Heiner Keupp am dritten Tag den Blick auf die grundsätzliche Beziehung zwischen Gemeinschaft und Individualität. Dabei zeigte er positive Beispiele, die belegen, dass Selbstsorge und der Einsatz für die eigenen Interessen durchaus andere einbezieht und sozialen Zusammenhalt stiftet.
In einer abschließenden Plenardiskussion gaben Experten der DAG SHG, des Gesundheitsministeri-ums NRW, der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland, des Gesunde-Städte-Netzwerkes Viernheim sowie der Ev. Fachhochschule in Bochum ihre Einschätzung zur Selbsthilfe in der näheren Zukunft. Ihre Thesen wurden im Plenum in Kleingruppen diskutiert und in einem Voting-Verfahren einige Aspekte herausgegriffen.
Neben der fachlichen Arbeit gewannen die Tagungsgäste durch einen Empfang im Rathaus und durch Stadtführungen einen Einblick in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Eine Dokumentation der Fachtagung wird demnächst erscheinen unter:
http://www.dag-shg.de/site/