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Selbsthilfegruppen auf Rastplätzen?!

Das Blaue Kreuz schlägt vor...

Erstellt am 10.04.2019

Selbsthilfegruppen auf Rastplätzen?!

Das Blaue Kreuz in Deutschland fordert ein höheres Bewusstsein für die Gefahren erhöhten Alkoholkonsums von Gesellschaft und Politik

Wuppertal, 1. Februar 2019.

Schlimmste Befürchtungen wurden wahr, als in einer großen Aktion rund 250 Polizisten aus Hessen insgesamt 1.200 LKW-Fahrer auf Parkplätzen entlang der hessischen Autobahnen kontrollierten. Mit erschreckendem Ergebnis: 190 Fahrer hatten Alkohol getrunken, 79 Berufskraftfahrer darunter gar so viel, dass ihnen die Weiterfahrt untersagt wurde. Das bedeutet: Fast jeder 6. LKW-Fahrer fährt alkoholisiert oder mit Restalkohol im Blut. Jeder 15. LKW-Fahrer ist mit mehr als 0,5 Promille Alkohol unterwegs, viele davon kommen aus osteuropäischen Ländern. Vor allem Trucker aus Rumänien, Lettland, Bulgarien und Polen fielen durch hohe Atemalkoholwerte auf.

Jürgen Naundorff, Bundessekretär der Sucht-Selbsthilfeorganisation Blaues Kreuz in Deutschland e. V.: „Nicht nur Alkoholkonsum, sondern auch Alkoholmissbrauch wird in unserer Gesellschaft und in den Ländern Osteuropas bagatellisiert. Es gibt kaum ein Bewusstsein für die damit verbundenen Gefahren. ...

Entgegen der meisten Fahrer aus Deutschland müssen die Trucker aus den osteuropäischen Ländern die Wochenenden auf dem Rastplatz verbringen. ...Claudia Dammasch, Vorstandsmitglied des Blaukreuz-Ortsvereins Wuppertal: „Viele Fernfahrer, die ein abstinentes Leben begonnen haben, lassen sich im Nahverkehr einsetzen – auch, um regelmäßig an Selbsthilfegruppen teilnehmen zu können. Sie berichten, dass das Zusammenleben in der Familie dann oft ungewohnt und schwierig wird. Vielen ‚juckt‘ es nach kurzer Zeit erneut im Fuß und sie bekommen Fernweh, so paradox es ist, und hängen dann leider oft wieder am ‚Sprit‘. Eine Maßnahme könnte sein, Selbsthilfegruppen auf Rastplätzen anzubieten.“

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