Telefon: 02166 / 24 85 67

NAKOS-Förderung durch das BMFSFJ soll ab 2009 gestrichen werden

Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet die NAKOS als bundesweite Infrastruktur- und Vernetzungseinrichtung zur Unterstützung der Selbsthilfe in Deutschland. Als solche erbringt sie bundesweit einmalige Dienstleistungen für die Selbsthilfe auf allen Ebenen: Selbsthilfegruppen, Selbsthilfe-Kontaktstellen und Selbsthilfeorganisationen. Sie begleitet die Entwicklung und hat durch ihre fachlichen Beiträge den heutigen Stellenwert der Selbsthilfe maßgeblich befördert. Ermöglicht wird diese Arbeit zu einem wesentlichen Anteil durch Projektgelder des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Das Ministerium hat nun mitgeteilt, dass diese Förderung ab 2009 gestrichen werden soll.
Diese Miteilung hat auf der vom 25.-27.Juni stattfindenden Jahrestagung der DAG SHG in Würzburg für helle Aufregung gesorgt: Die 150 Teilnehmenden aus Selbsthilfe-Kontaktstellen, dem Bereich des bürgerschaftlichen Engagements und der Wissenschaft reagierten mit Unverständnis
und Besorgnis auf diese Aussicht.
Die Streichung der Projektgelder des BMFSFJ würde dazu beitragen, die Selbsthilfe auf den gesundheitlichen Bereich zu reduzieren. Unverständlich wird die Mittelstreichung vor allem vor dem Hintergrund, dass das BMFSFJ mit seiner Initiative ZivilEngagement gerade das bürgerschaftliche Engagement im sozialen Bereich stärken möchte, die bewährten Strukturen der Selbsthilfe in seinem Konzept aber außer acht lässt und mit der Streichung der NAKOS-Förderung genau dieser nachhaltigen Unterstützungsleistung den Boden entzieht.
Wenn Sie ebenfalls der Meinung sind, dass die Mittelstreichung rückgängig gemacht werden muss bitten wir Sie, sich dafür einzusetzen, in dem Sie sich mit diesem Anliegen an die Politik, Presse etc. wenden. Gerne können Sie hierzu die als Anlage beiliegende Presse-Information der DAG SHG e.V. verwenden.

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Wanderausstellung „Selbsthilfe macht selbstbewusst“

Immer noch haben viele Menschen Berührungsängste, Selbsthilfegruppen bei der Bewältigung ihrer persönlichen Probleme in den verschiedensten Bereichen in Anspruch zu nehmen. Dabei wären Umfragen zufolge 30 Prozent der Deutschen bereit, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Gleichzeitig beklagten die Befragten aber, dass sie zu wenig über deren Wirken wüssten.
Da setzt die Wanderausstellung an.
Sie spricht Menschen an, die Selbsthilfe nicht kennen.
Sie stellt das Prinzip der Arbeit von Selbsthilfegruppen vor.
Sie motiviert Bürgerinnen und Bürger, sich in Selbsthilfe zu engagieren.
Sie will die Selbsthilfe als mögliches Betätigungsfeld für unterschiedliche Themen bekannt machen.
Bisher wurde sie mit großem Erfolg in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens gezeigt in unterschiedlichsten Institutionen wie Krankenhäusern, Krankenkassen, Sparkassen, Selbsthilfe-Kontaktstellen, Stadtverwaltungen etc.
Zurzeit ist die Wanderausstellung nicht „auf Wanderschaft“ und kann für das zweite Halbjahr 2008 kostenfrei über KOSKON– auch über einen längeren Zeitraum - ausgeliehen werden. Es entstehen jedoch Transport- sowie Auf- und Abbaukosten, da die Ausstellung von professionellen Messebauern angeliefert und aufgestellt werden muss. Weitere Informationen über www.koskon.de oder telefonisch
unter 0 21 66 – 24 85 67.

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Selbsthilfebörse KOSKON NRW – „Seltene Erkrankungen“

Neuer Eintrag in der Selbsthilfebörse: „Einzelpersonen suchen Austausch zu gleichermaßen Betroffenen“
Burning-feet-syndrome - Heiße-Füße-Syndrom
Dahinter verbirgt sich ein Brennen der Fußsohlen, besonders der Fersen und Ränder, so dass das Auftreten sehr schmerzhaft ist. Dazu kommen Stechen und Kribbeln, kalte / heiße Füße, Fußsohlen wie Leder. Gleichgewichtsstörungen machen das Laufen ohne Stützen unmöglich.
Betroffene oder Interessierte erhalten weitere Informationen über www.koskon.de - Selbsthilfebörse oder telefonisch
unter 0 21 66 – 24 85 67.

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Selbsthilfefreundliches Krankenhaus

Das von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Hamburg durchgeführte und dem BKK Bundesverband 2005-2006 geförderte Projekt Selbsthilfefreundliches Krankenhaus endete mit der Verleihung eines Qualitätssiegels an die eingebunden Kliniken. Die Absicht dieses Projektes lag darin, die Zusammenarbeit
zwischen Selbsthilfe und Krankenhaus weiterzuentwickeln und für die Zusammenarbeit messbare Kriterien zugrunde zu legen.
Auf der Grundlage des Hamburger Modells gibt es nun in Nordrhein-Westfalen eine Fortsetzung dieser Arbeit. Über die Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld bietet der Paritätische Krankenhäusern/ Fachabteilungen Information und Beratung an, die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen systematisch auszubauen.
Nähere Informationen über www.selbsthilfefreundliches-krankenhaus-nrw.de.
Die Broschüre „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus – auf dem Weg zu mehr Patientenorientierung.
Ein entsprechender Leitfaden für interessierte Krankenhäuser“ ist zu beziehen über

BKK Bundesverband
Kronprinzenstr. 6
445128 Essen

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Informationsbörse Psychotherapie

Die Zentrale Informationsbörse Psychotherapie der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein informiert seit 1997 im Kölner, später dann auch im Aachener Raum über freie Therapieplätze und Psychotherapeuten mit speziellem Schwerpunkt. Seit März 2008 umfasst der Service zusätzlich die Städte Duisburg, Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach.

Informationen unter: www.kvno.de/buerger/zip.html

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Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.

Die DAG SHG hat eine Stellungnahme verfasst zum Umgang mit Sponsoring und Spenden im Selbsthilfebereich. Selbsthilfegruppen, -organisationen und –kontaktstellen sind häufig darauf angewiesen, zusätzlich zur Förderung der öffentlichen Hand oder der Krankenkassen weitere finanzielle Mittel einzuwerben. Um der Gefahr entgegenzuwirken, mit der Annahme von Geld auch inhaltlich beeinflusst zu werden, ist ein bewusster und transparenter Umgang mit ponsoren erforderlich. Die DAG SHG gibt in ihrer Stellungnahme Handlungsempfehlungen und beschreibt kritische Punkte, bei denen Vorsicht und Zurückhaltung geboten ist.
Die Stellungnahme wird im Selbsthilfegruppenjahrbuch abgedruckt und kann über KOSKON NRW bezogen werden.
Die EU-Kommission hat Vorschläge entwickelt, der Pharma-Industrie weitgehende Rechte einzuräumen, mit Bürgerinnen und Bürgern direkt zu kommunizieren. Zwar wird die Freigabe offensichtlicher Werbung für rezeptpflichtige Medikamente von der Kommission abgelehnt, gleichzeitig aber umfangreiche Möglichkeiten in Aussicht gestellt, über alle üblichen Medien Informationen zu verbreiten. Die für die Wahrnehmung der Interessen der Patientinnen und Patienten und der Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen maßgeblichen Organisationen haben diese Vorschläge diskutiert und lehnen sie einvernehmlich ab.
Die DAG SHG e.V. hat zu diesen Vorschlägen eine Stellungnahme formuliert, aus der folgendes Zitat stammt: „Patientinnen und Patienten brauchen nicht mehr interessengeleitete Information zu Arzneimitteln, sondern bessere Informationen von neutraler und sachkundiger Seite.“ Die Stellungnahme der DAG SHG kann über www.dag-shg.de / Neues abgerufen werden.

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Checkliste für Patientinnen und Patienten

Bei der Wahl des „richtigen“ Arztes / der „richtigen“ Ärztin sollten nicht nur ein vertrauensvolles Verhältnis sondern darüber hinaus auch objektive Kriterien eine Rolle spielen. Das Patientenforum hat sich mit diesen Fragen beschäftigt und eine Checkliste zum Thema „Woran erkennt man eine gute Arztpraxis“ herausgegeben. Das Patientenforum setzt sich zusammen aus Vertreter/innen der Patientenselbsthilfe und der ärztlichen Selbstverwaltung. Herausgeber ist das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), gemeinsames Institut von Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV).
Mehr Informationen über die Checkliste finden Sie unter www.dag-shg.de, die komplette Version unter www.arztcheckliste.de Die dritte, überarbeitete Auflage ist nun auch in Broschürenform über den Buchhandel zu einem Preis von 8,80 Euro erhältlich und kann bestellt werden bei:
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
Bereichsleitung Patienteninformation, Wegelystraße 3, 10623 Berlin

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Pflegeversicherung

Zum 1. Juli 2008 ist das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz in Kraft getreten. Bürgerschaftliches Engagement und Selbsthilfe werden auf drei Ebenen in die neuen Regelungen einbezogen:
Auf Bundesebene sind die „maßgeblichen Organisationen für die Wahrnehmung der Interessen und der Selbsthilfe der pflegebedürftigen und behinderten Menschen“ einbezogen, um mit dem Spitzenverband Bund der Pflegekassen und anderen Spitzenverbänden Maßstäbe und Grundsätze zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität zu vereinbaren. Dazu gehören Verfahren zur Qualitätssicherung und Expertenstandards. Weiterhin haben Vertreter/innen der Selbsthilfe die Möglichkeit, Stellung zu nehmen, wenn es um Richtlinien zur Prüfung der Pflegeeinrichtungen geht. Pflegeeinrichtungen sind in Zukunft verpflichtet, ihre Leistungen transparent zu machen und zu veröffentlichen. Auch an den zugrunde liegenden Richtlinien sind die Selbsthilfevertreter/innen in Form einer Stellungnahme beteiligt.
Vor Ort eröffnet der neu gefasste §45d neue Möglichkeiten. Er sieht vor, das Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen aus den Pflegekassen und zusätzlich dem Land oder der Kommune gefördert werden können, wenn sie sich die Unterstützung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen zum Ziel gesetzt haben. Der Personenkreis der Pflegebedürftigen ist erweitert worden um Menschen mit dementiellen Erkrankungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Die Richtlinien, die Art und Umfang der Förderung bestimmen, werden vom Spitzenverband der Pflegekassen erarbeitet. Auch hier sind auf Bundesebene Selbsthilfevertreter/ innen zu beteiligen.

Die Einrichtung von Pflegestützpunkten, die zunächst verbindlich vorgesehen war, wird nun von der Entscheidung der einzelnen Länder abhängig gemacht. Der Betrag für den Aufbau eines Pflegestützpunktes wird um 5.000,- Euro erhöht, wenn Bürgerschaftliches Engagement und Selbsthilfe einbezogen werden. Die konkrete Umsetzung in den einzelnen Ländern ist noch in der Entwicklung.

Mehr Informationen über: www.bmg.bund.de, oder www.nakos.de. Das Gesetz kann herunter geladen werden über die Web-Adresse: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/074/1607439.pdf

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Literatur

Das Selbsthilfegruppenjahrbuch 2008 der DAG SHG ist erschienen und kann über die KOSKON NRW bestellt werden. Der Versand ist kostenfrei.
Schriftenreihe der TSS-Informationsstelle Heft 3,
Dokumentation der Fachtagung am 27. April 2007:"Korrupt oder korrekt. Wie bleibt die Selbsthilfe unabhängig?"
95 Seiten. Dokumentation zum Preis von 8,50 Euro, zu beziehen bei der Theodor Springmann
Stiftung über (ISBN 978-3-00-023318-0 (030/44024079 oder
http://www.patiententelefon.de/stiftung/ft_07/tagungsband.html).
Broschüre der Ersatzkassen und ihrer Verbände
"Ungleiche Partner - Patientenselbsthilfe und Wirtschaftsunternehmen im Gesundheitssektor".
Herunter zu laden unter
http://www.vdak-aev.de/vertragspartner/Selbsthilfe/Ungleiche_Partner_bf.pdf

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