Was sind Selbsthilfe-Kontaktstellen?

Selbsthilfegruppen sind eine wichtige Ergänzung der Sozial- und Gesundheitsversorgung. Wie aber finden Menschen, die sich in einer Selbsthilfegruppe engagieren wollen, die für sie ‚richtige’ Gruppe? Es gibt Einrichtungen, die in besonderem Maße und mit besonderer Kompetenz alle Informationen zur örtlichen Selbsthilfe bündeln und an Interessierte weitergeben: Selbsthilfe-Kontaktstellen, mancherorts auch als KISS, BIKIS, MIKS, PIKS etc. bekannt.

Welche Leistungen bieten Selbsthilfe-Kontaktstellen an?

Selbsthilfe-Kontaktstellen
  • informieren über das Prinzip von Selbsthilfegruppen und über die am Ort bestehenden Selbsthilfegruppen,
  • vermitteln Kontakte zu den örtlichen und regionalen Selbsthilfegruppen,
  • stellen Kontakte her zwischen Betroffenen, für die es örtlich keine Selbsthilfegruppe gibt,
  • ermutigen Selbsthilfe-Interessierte zur Gründung einer Selbsthilfegruppe
  • beraten und unterstützen bei der Gruppengründung und in Fragen der Gruppenarbeit
  • informieren Selbsthilfegruppen über Räume, Finanzierung etc.,
  • fördern den Erfahrungsaustausch und die Kommunikation zwischen den verschiedenen örtlichen Selbsthilfegruppierungen
  • geben Anregungen für eine konkrete Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfegruppen und beruflichen Helferinnen und Helfern,
  • geben Hinweise auf örtliche Versorgungsangebote
  • sind Sprachrohr für die Idee der Selbsthilfe.

Was zeichnet Selbsthilfe-Kontaktstellen aus?

Wichtigstes Merkmal von Selbsthilfekontaktstellen ist, dass sie fach- und indikationsübergreifend arbeiten. Das heißt, Selbsthilfekontaktstellen unterstützen Selbsthilfegruppen gleich, ob diese einem Dachverband angehören, ob ihre Mitglieder Versicherte einer bestimmten Krankenkasse sind oder ob die Kooperation mit einer bestimmten Berufsgruppe angestrebt wird, gleich auch, um welche Problem- oder Themenbereiche es sich handelt.

Träger von Selbsthilfekontaktstellen sind Wohlfahrtsverbände, Gesundheitsämter, Eingetragene Vereine, sonstige Institutionen. Die Finanzierung der Selbsthilfekontaktstellen erfolgt über Zuschüsse der jeweiligen Kommunen, der Länder und der gesetzlichen Krankenkassen.